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Hauptbereich

Elektronische Gesundheitskarte, Informationen

Beschreibung

Die Krankenkasse stellt für jeden Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung eine elektronische Gesundheitskarte aus.

Die Karte ist von dem Versicherten zu unterschreiben. Die elektronische Gesundheitskarte hat die frühere Krankenversichertenkarte ersetzt. Seit dem 1. Januar 2015 gilt ausschließlich die elektronische Gesundheitskarte als Berechtigungsnachweis, um Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch nehmen zu können. Auf der elektronischen Gesundheitskarte sind administrative Daten der Versicherten, unter anderem der Name, das Geburtsdatum und die Anschrift und auch Angaben zur Krankenversicherung, wie die Krankenversichertennummer und der Versichertenstatus gespeichert. Ein Lichtbild auf der elektronischen Gesundheitskarte hilft dabei, Verwechslungen zu vermeiden und das Risiko für eine missbräuchliche Inanspruchnahme von Leistungen zu verringern. Die elektronische Gesundheitskarte wird auch für die Europäische Krankenversicherungskarte verwendet und macht eine unbürokratische Behandlung innerhalb Europas möglich.

Die Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte werden schrittweise eingeführt. Der erste Schritt war der verpflichtende Online-Abgleich der auf der Gesundheitskarte gespeicherten Versichertenstammdaten mit den bei der Krankenkasse vorliegenden aktuellen Daten des Versicherten. So kann die elektronische Gesundheitskarte bei einer Veränderung, die der Versicherte bereits an seine Krankenkasse gemeldet hat, z. B. einer Adressänderung, beim nächsten Arztbesuch automatisch per Knopfdruck aktualisiert werden. Der Online-Abgleich der Versichertenstammdaten war die erste Anwendung im Rahmen der neu geschaffenen Telematikinfrastruktur (TI).

Zu den weiteren freiwilligen Anwendungen zählen auf Wunsch des Versicherten seit August 2020 auch der auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeicherte elektronische Notfalldatensatz sowie der einheitliche elektronische Medikationsplan. Auf Wunsch des Versicherten können auch Hinweise auf das Vorliegen einer schriftlichen Erklärung zur Organspende sowie zu deren Aufbewahrungsort auf der elektronischen Gesundheitskarte dokumentiert werden.  Mit dem Digitale–Versorgung–und–Pflege–Modernisierungs–Gesetz (DVPMG) soll die eGK als Versicherungsnachweis der Versicherten und nicht mehr als Datenspeicher dienen. Kontaktloses Einlesen bei Leistungserbringern wird ermöglicht. Der elektronische Medikationsplan soll in weiteren Ausbaustufen innerhalb der Telematikinfrastruktur in eine eigene Anwendung überführt werden, die nicht mehr auf der eGK gespeichert wird. Die elektronischen Notfalldaten werden zu einer elektronischen Patientenkurzakte weiterentwickelt. Genau wie bei der elektronischen Patientenakte (ePA) können Versicherte künftig über ihre persönliche digitale Benutzeroberfläche auch auf diese digitalen Anwendungen selbstständig zugreifen und ihre Versichertenrechte wahrnehmen.

Seit dem 1. Januar 2021 stellen die jeweiligen gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen der TI die ePA als freiwillige, versichertengeführte elektronische Akte in Form einer App ihren Versicherten kostenfrei zur Verfügung. Die ePA kann auf mobilen Endgeräten, wie zum Beispiel dem eigenen Smartphone oder einem Tablet, installiert werden. Versicherte können selbst entscheiden, wem sie Einblick in ihre Gesundheitsdaten gewähren und selbst entscheiden, welche Daten gespeichert oder auch wieder gelöscht werden. Der Versicherte erteilt in jedem Einzelfall eine Zugriffsberechtigung. Ab 2022 haben die Versicherten mehr Möglichkeiten, ihre Daten zu steuern. Zum Beispiel kann der Versicherte dann für jedes Dokument einzelne Zugriffsberechtigungen vornehmen. Die Nicht-Frontend Nutzer können ab 2022 auch eine vertretende Person wählen, welche die Steuerung und Einsicht übernehmen kann. Versicherten sollen auf Wunsch medizinische Informationen, insbesondere zu Befunden, Diagnosen, durchgeführten und geplanten Therapiemaßnahmen sowie zu Behandlungsberichten, für eine einrichtungs-, fach- und sektorenübergreifende Nutzung elektronisch bereitgestellt werden. Die Nutzung der elektronischen Patientenakte ist für die Versicherten freiwillig. Wichtige Detailregelungen zur Einführung der elektronischen Patientenakte, wie ein datenschutzgerechtes Zugriffsmanagement, Ansprüche der Versicherten, Pflichten der Ärzte, Finanzierungsfragen, Nutzung für die Forschung, Einbeziehung der Pflege sowie Anforderungen aus dem Koalitionsvertrag – wie die Möglichkeit, den Impfpass, den Mutterpass und das Untersuchungsheft digital zu speichern sowie das Zahnbonusheft digital zu verwalten – wurden mit dem am 20. Oktober 2020 in Kraft getretenen Patientendaten-Schutz-Gesetz – PDSG gesetzlich geregelt und konkretisiert.

Jeder Versicherte erhält die elektronische Gesundheitskarte bei der erstmaligen Ausgabe und bei Beginn der Versicherung bei einer Krankenkasse sowie bei jeder weiteren, nicht vom Versicherten verschuldeten erneuten Ausgabe gebührenfrei. Spätestens bei der Versendung der elektronischen Gesundheitskarte an den Versicherten hat die Krankenkasse den Versicherten umfassend und in allgemein verständlicher, barrierefreier Form zu informieren über die Funktionsweise der elektronischen Gesundheitskarte und die Art der personenbezogenen Daten, die auf der elektronischen Gesundheitskarte oder durch sie zu verarbeiten sind.

Die Krankenkassen haben einem Missbrauch der Karten durch geeignete Maßnahmen entgegenzuwirken. Spätestens bei der Versendung der Karte hat die Krankenkasse die Versicherten umfassend und in allgemein verständlicher Form über deren Funktionsweise, einschließlich der Art der auf ihr oder durch sie zu erhebenden, zu verarbeitenden oder zu nutzenden personenbezogenen Daten zu informieren. Die Karte gilt nur für die Dauer der Mitgliedschaft bei der ausstellenden Krankenkasse und ist nicht übertragbar. Die Krankenkasse kann die Gültigkeit der Karte befristen. Bei Beendigung des Versicherungsschutzes oder bei einem Krankenkassenwechsel ist die elektronische Gesundheitskarte von der bisherigen Krankenkasse einzuziehen oder zu sperren.

§§ 15, 291, 291a Sozialgesetzbuch V

Gesetzliche Krankenkassen, Zentrum Bayern Familie und Soziales - Versorgungsamt

www.patientenportal.bayern.de

www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/krankenversicherung/egk/gesetzliche-rahmenbedingungen.html

Verwandte Lebenslagen

Zuständiges Amt

Zentrum Bayern Familie und Soziales
Kreuz 25
95445 Bayreuth
+49 921 605-03
+49 921 605-3903
Träger der gesetzlichen Krankenversicherung
Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales (siehe BayernPortal)
Stand: {zeit}

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